Weitergabe des Glaubens in der Familie
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III. Modelle – Konkretisierungen
Familienrunden
Im Rahmen dieses Modells treffen sich mehrere Familien regelmäßig (zwischen wöchentlich bis vierteljährlich), um miteinander über ein Thema ins Gespräch zu kommen. Sie erfahren Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, erhalten inhaltliche Impulse und teilen – je nach Gestaltung – ihren Glauben. Auf unterschiedliche Art sind diese Familienrunden in eine größere spirituelle Gemeinschaft oder in eine Pfarre eingebunden und werden geistlich begleitet.
Hauskirchenkreise
In ähnlicher Weise wie Familienrunden, aber mit einem „missionarischen Impuls“ finden sich Hauskirchenkreise zusammen, deren Ziel es ist, mit Ehepaaren bzw. Familien explizit Glaubensfragen anzusprechen und zur Glaubensvertiefung einzuladen. In diesem Sinn werden Hauskirchenkreise manchmal anlässlich von missionarischen Initiativen (Volksmissionen u.ä.) für einen bestimmten Zeitraum eingerichtet, wobei manche als Familienrunden auch danach bestehen bleiben. (In der Praxis wird zwischen Begriffen „Familienrunde“ und „Hauskirchenkreis“ manchmal nicht unterschieden.)
In einer anderen Form versucht man, immer mehr Familien für einen Hauskirchenkreis zu gewinnen, sodass dieser sich vergrößert und schließlich geteilt wird – damit daraus zwei Hauskirchenkreise werden, die nach entsprechender Vergrößerung wieder geteilt werden usw.
Eltern – Kind – Gruppen
Dieses vor allem sich in Pfarren entwickelnde Angebot bietet Raum für vielerlei inhaltliche Gestaltung u.a. auch um über den Glauben und wie er in der Familie gelebt werden kann, ins Gespräch zu kommen.
Familien feiern Kirchenjahr
Eine Weiterentwicklung der Diözese Innsbruck zu obigem Modell: www.familien-feiern-feste.net
Mit dem Kirchenjahr leben
Unter www.familien-feiern-kirchenjahr.at (ein Projekt der Diözese Feldkirch) werden die kirchlichen Feste des Kirchenjahres erläutert. Dazu finden sich Anregungen zu familiärem Mitfeiern. (Adaptiert wird hier ein Modell aus dem Bistum Köln.)
Impulse für familiäre Glaubensgespräche
Veranstaltungen und Publikationen geben auf sehr unterschiedliche Art und Weise Anregungen, in der Familie über den Glauben zu sprechen, den Glauben miteinander (wieder) bewusst zu teilen und zu praktizieren.
Solche Veranstaltungen werden von vielen Einrichtungen und Gemeinschaften angeboten, auch die z.B. mit Unterstützung der diözesanen Katholischen Bildungswerke durchgeführten Mütterseminare können diese Thematik behandeln.
Einschlägige Publikationen sind darauf ausgerichtet, von den Familienmitgliedern gemeinsam besprochen zu werden (wenngleich natürlich jedes religiöse Buch zu einem solchen Gespräch anregen kann).
Kinderbibeln bzw. Bücher mit biblischen Erzählungen: dazu gibt es eine große Auswahl, vor allem für die Altersstufen bis 10 Jahre
Kindergebetbücher und Bücher über die Heilige Messe: gibt es vor allem bis zur Altersstufe bis zur Erstkommunion. Zu beachten ist, dass vor allem Kindergebetsbücher keine Formeln vorgeben wollen, sondern Anregungen für das persönliche Beten darstellen.
Glaubensbücher für Kinder, die eine Begleitung durch Erwachsene brauchen: solche Bücher bieten einen kindgerechten, systematisierten Einblick in den Glauben der Kirche und sind vor allem für Eltern, die über den Glauben reden wollen, aber noch nicht recht wissen, wie, eine wertvolle Hilfe.
Bücher zu religiösen Festen bzw. zum Kirchenjahr in der Familie: Diese sind oft sehr praktisch ausgerichtet, erklären Hintergründe und religiöse Wurzeln von Brauchtum (Stichwort: Familienkultur).
Bücher über Heilige: Diese regen an, in den Heiligen Vorbilder für das eigene Leben zu entdecken. In diesem Zusammenhang soll vor allem auf die neueren Heiligenbücher hingewiesen werden, deren Stil die enorme Entwicklung in der Kinderliteratur in den letzten Jahren berücksichtigt.
Behelfe, Materialien, „Elternbriefe“ für religiöse Familien: diese werden von religiösen Einrichtungen, Gruppen, Diözesen angeboten.
Das Modell Familienkatechese
Dieses Modell der Erstkommunionvorbereitung, das ursprünglich aus Südamerika stammt, bezieht die Familie in besonderer Weise ein. So findet die eigentliche Erstkommunionvorbereitung zu Hause statt, nur sehr spezifische Teile in der Pfarre. Die Eltern erhalten alle nötige Unterstützung (Materialien, Begleitung durch Mitarbeiter, gemeinsame Treffen). Wo eine solche Erstkommunionvorbereitung dennoch in der Familie nicht möglich ist, hilft die Pfarre natürlich weiter.
Nähere Informationen: www.erstkommunion.de
Familiensonntag
Zu einem alljährlichen „Familiensonntag“ gibt die Deutsche Bischofskonferenz entsprechende „Arbeitshilfen“ heraus: www.dbk.de/Schriften/Arbeitshilfen
Familienwochen
Einige Diözesen und religiöse Gemeinschaften bieten Familienwochen an, in denen Raum gegeben wird für Gemeinschaft, individuelle Freizeitgestaltung und religiöse Elemente. Je nach Veranstalter und konkretem Programm variiert die religiöse Intensität und das erwartete Zugehörigkeitsgefühl zum Veranstalter.
Grundsätzlich besteht übrigens auch in Taizé die Möglichkeit, als Familie am jugendlichen „Pilgerweg des Vertrauens“ teilzunehmen. Dafür sollten aber vorher nähere Informationen eingeholt werden: www.taize.fr
Familienpastoral in der Pfarre: Ideen
1. Gemeinschaften bilden, einander unterstützen, Austausch fördern
- Familientag
gemeinsamer Gottesdienst, Frühstück, Mittagsgrill, Spiele, Kaffee,...
- Familienwandertag, Familienradwandertag
für die Kinder verschiedene Aufgaben und / oder Spiele, evtl. mit Nachbarpfarre(n)
- Familienwintertag
Neben Schifahren sollen auch andere Vergnügen im Schnee Platz finden (Rodeln, Bobfahren, Schneemann bauen, ...)
- Familienfest, Kinderfest
Stationen für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche, Stärkung der Gemeinschaft, das übliche Pfarrfest kinderfreundlich gestalten, Spiele vorbereiten, Kindergetränke, Aufmerksamkeit den Kindern schenken (z.B. bei Darbietungen)
- Faschingsnachmittag
Spiele und Sketches zum Pfarrleben, Musik, ...
- Offene Familienrunden
zu einzelnen Themen werden Familien eingeladen
- Familienrunden initiieren und bestehende Familienrunden bestärken
Für Startveranstaltungen hilft Ihnen gerne Ihre diözesane Familienstelle. Sie steht auch für Beratung zur Verfügung, wenn Entscheidungshilfen gesucht werden.
- Wöchentliche Zusammenkünfte für Schwangere und Stillende organisieren
viele junge Mütter suchen in der Zeit, wo die beruflichen Kontakte weniger werden, neue Kontakte und Frauen in ähnlichen Lebenssituationen
- Kontaktmöglichkeit für Mütter mit Kleinkindern schaffen („Windelhosentreff“)
zu einem Kaffee am Vormittag einladen, Bildungsveranstaltungen durchführen
- Neu zugezogenen Familien begrüßen
Angebote der Pfarre unterbreiten, Hilfsbereitschaft für die Integration anbieten
- Pfarrkaffee organisieren
Möglichkeit schaffen zum Gespräch und zum Kontakt nach den Gottesdiensten
- Pfarrball
- Sonnwendfeuer
- Organisieren eines Babysitterdienstes
damit die jungen Paare auch Gelegenheit für die Pflege der eigenen Beziehung haben
- Tauschbasar/Flohmarkt für Kleider, Schiausrüstung und Spielzeug organisieren
Erstkommunionkleider und Firmungsanzüge werden oft nur ein- oder zweimal getragen
- Altkleider und -möbeldepot anlegen für Familien in Notsituationen
Absprache mit Sozialausschuss
- Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten vermitteln
- Lernfördergruppe für Kinder mit Schulproblemen einrichten
- Nachbarschaftshilfe in Notsituationen
- Urlaubsangebote für Familien weitergeben
- Lagerwoche für Familien der Pfarre organisieren
2. Mehr Wissen, höhere Kompetenz
- Veranstaltungen für Paare organisieren
Ehebegleitende Veranstaltungen sind für das Gelingen von Partnerschaft und Beziehung ähnlich wichtig wie Benzin zum Betrieb eines Autos oder Strom für den Staubsauger. Zur Themen- und Referent/innensuche steht Ihnen gerne Ihre Diözesanstelle zur Verfügung.
- Unterstützung der Ehevorbereitung
Einladung an alle Brautpaare eines Jahres; Seminare für Brautpaare in der Pfarre durchführen
- Junge Paare zur Aus- und Weiterbildung motivieren
Viele Diözesen bieten im Rahmen der Ehevorbereitung die Möglichkeit, dass Paare gemeinsam Seminare gestalten. Diese Paare sind vielfach auch für die Pfarren ein großer Gewinn.
- Bildungsveranstaltungen für Paare in ähnlichen Situationen
Paare im Jahr nach der Heirat, Paare mit kleinen Kindern, nach dem Tod eines Kindes, nach dem Auszug der Kinder, Paare, die mit Eltern / Schwiegereltern zusammenleben, usw.
- Jugendliche und junge Erwachsene zum Thema "Liebeskultur" einladen
Die Zusammenarbeit mit der Pfarrjugend suchen und Erfahrungen sowie Organisierung von Bildungsveranstaltungen anbieten.
- Pfarrblattartikel zu Familienthemen schreiben
- Wünsche an die Pfarrbibliothek weiterleiten
Jede Pfarrbibliothek sollte auch einige Bücher über die Gestaltung einer partnerschaftlichen Ehe, gute Erziehungsratgeber sowie Anregungen zur Familienkultur auflegen.
- Elternbriefe „du und wir“ einführen
Diese Briefe begleiten die Erziehungsarbeit der Eltern von der Geburt bis zum sechsten Lebensjahr der Kinder. Viermal im Jahr erhalten die Bezieher einen jeweils auf das Alter des Kindes abgestimmten Brief mit wertvollen Informationen und Hilfestellungen.
- Auf regionale und diözesane Bildungsveranstaltungen hinweisen
Eine gemeinsame Fahrt organisieren, die Veranstaltungsübersichten von Diözesanstellen und Bildungshäusern verteilen und Paare zu den Veranstaltungen einladen
3. Die Kirche familiär und familiengerecht gestalten
- Familiengottesdienste
Vorbereitungsgruppe organisieren, Regelmäßigkeit überlegen und gegebenenfalls einführen, evtl. mit einem Pfarrkaffee verbinden
An diözesanen oder regionalen Schulungs- bzw. Austauschtreffen teilnehmen, Ideen aus anderen Pfarren aufgreifen.
Interessante Internetseite der Diözese Graz-Seckau:
Krabbel-Kinder-Familiengottesdienste
- Musikgruppe für Familiengottesdienste
Initiativen setzen für einen Kinder- oder Jugendchor
- Zusammenarbeit mit Jugendgruppen suchen
- Kindergottesdienste
Krabbelgottesdienste (Kleinkinder mit ihren Müttern bzw. Vätern an Wochentagen)
- Wochentagsgottesdienst (an einem Nachmittag)
mit kindgemäßen Texten, Spielen und Liedern
- Kindersegnung (mit Rahmenprogramm für Mütter und Väter)
Zusammenarbeit mit dem Kindergarten suchen und pflegen
- Andachten für Familien
Dabei ist wichtig, dass die Kinder entsprechend berücksichtigt werden in der Auswahl der Lieder, der Texte, der Länge der Andacht, möglicherweise ist teilweise ein Parallelprogramm für die Kinder günstig: Kreuzweg, Adventandacht, Krippenandacht, Maiandacht (evtl. bei Marterln und Kapellen), Herbergsuche
- Religiöse Feiern in den Familien anregen und unterstützen
Hinweise auf Hauskirche im Advent oder Fastenzeit; Heiligenfeste in der Familie feiern: Nikolaus, Martin, Namenspatrone, Ermutigung zu Haus- und Wohnungssegnungsfeiern
- Religiöses Brauchtum in der Familie stärken
Hilfen und Utensilien anbieten: Weihrauch, Räucherschalen, Weihwassergefäße,...
Erklärung des Brauchs, Erschließen der religiösen Dimension
- Emmausgang am Ostermontag gestalten
- Wallfahrt mit kinder- und familienbezogenen Elementen
- Einkehrtage oder Exerzitien für Paare
in der Pfarre organisieren oder auf diözesanes Angebot (Schaukasten) hinweisen
- Gottesdienste mit Hochzeitsjubiläen vorbereiten
- Agape (Brot und Wein) nach dem Gottesdienst an bestimmten Festen
Erntedank, Fronleichnam, Patrozinium,...
- Anknüpfungspunkt: Taufe eines Kindes
Taufsonntag gestalten
Nachmittag für alle Eltern, die in den letzten drei (vier, fünf) Jahren ein Kind zu Taufe gebracht haben (evtl. Sonntag nach Mariä Lichtmess)
Zwergerl-Party: Jause für die Eltern und Kinder eines Taufjahrganges
Taufgeschenk überbringen (vielleicht kann es eine Gruppe in der Pfarre basteln)
Mitgestaltung der Tauffeier (z.B. ein kleiner Chor o.ä.)
- Anknüpfungspunkt: Erstkommunion
Bereitschaft zum Mittun als Tischmutter, Tischvater
Bei den Elternabenden auf die Bedeutung des Familienlebens und Gestaltung einer Familienkultur eingehen
Pfarrgemeinde organisiert Fest für Eltern und Erstkommunionkinder
- Anknüpfungspunkt: Firmung
Mitarbeit als Firmhelfer/in, Mitgestaltung der Elternabende
begleitende Veranstaltung organisieren: z.B. Kinder loslassen können, Sekten, Drogen,..
- Anknüpfungspunkt: Trauung
Mitfeier beim Trauungsgottesdienst stellvertretend für die Pfarrgemeinde, mit Fürbitte und/oder kleinem Geschenk
Hilfe bei der Gestaltung des Gottesdienstes: den jungen Paaren Lieder, Texte, Modelle, Gebete, Lieder u. ä. in die Hand geben
Glückwunschschreiben des Pfarrgemeinderates an alle Brautpaare der Pfarre
Unverheirateten Paaren Raum geben und ihnen gegebenenfalls den Sinn und Wert der kirchlichen Trauung erklären
4. Auf Politik und Gesellschaft Einfluss nehmen
- Für eine familienfreundliche Lebensgestaltung eintreten
Gottesdienstbeginnzeiten, Familienwahlrecht, Steuerentlastung für Familien mit Kindern, Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- „Teil-Familien“ in die Pfarrgemeinde integrieren
- Informationen über Familienarbeit und Familienpolitik weitergeben
im Schaukasten anbringen oder Artikel für das Pfarrblatt verfassen
- Mitgliedschaft im Katholischen Familienverband
Die Anzahl seiner Mitglieder bestimmt das politische Gewicht der Forderungen.
- Bekenntnis zum arbeitsfreien Sonntag
gemeinsame freie Zeit für alle Familienmitglieder
- Mitgestaltung des Kindergartenlebens
- Schulpolitisches Engagement (Elternverein)
- Initiative zur Sicherung des Schulweges
in Zusammenarbeit mit Schule und Elternverein
- Spielplatzgestaltung
- Partnerschaftliche Modelle entwickeln und vorleben
wie Familien-, Erwerbs- und Haushaltsarbeit gerecht aufgeteilt werden können
(Text von Bernhard Mucha; siehe auch www.kaoe.at/pgr)
Arbeitsmappe „Impulse zu christlicher Lebensgestaltung“
Wenngleich der Schwerpunkt dieser „Arbeitsmappe zur Spiritualität Don Boscos“ woanders liegt, finden sich doch gerade für die Weitergabe des Glaubens in der Familie konkrete Beispiele und Anregungen. Gerade die salesianische Spiritualität verbindet auf praktische Weise Glaube und Erziehung.
Nähere Informationen im Provinzialat der Salesianer Don Bosco, St. Veitgasse 25, A-1130 Wien – www.donbosco.at ; donboscohaus@donbosco.at
In der Diözese Gurk-Klagenfurt wurde eine Werkmappe „Gott bei uns zu Haus“ erstellt. Dabei geht es um Gestaltungsmöglichkeiten des Familienlebens rund um „religiöses Brauchtum“ (vom Kirchenjahr bis zum Herrgottswinkel), um Anregungen für die Schule und um „familiengeeignete“ Aktionen in der Pfarre. Die Werkmappe ist zweisprachig - Deutsch und Slowenisch – und ist erhältlich beim Familienreferat: zablatnik@katoliska-akcija.at
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